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Die Rechtsgrundlage im Berufsbild des PA

Der Physician Assistant ist ein relativ neuer Akteur in der Gesundheitsversorgung – aber auf welcher Basis arbeitet er? Substitution? Delegation? Hier eine Erklärung, was sich hinter den Begriffen verbirgt und wieso eine Substitution nicht infrage kommt.

Der Physician Assistant wird ausschließlich im Rahmen ärztlicher Delegationen tätig, die Substitution ärztlicher Maßnahmen ist nach geltendem deutschem Recht verboten. (Siehe § 28 Abs. 1 SGB V Hilfeleistungen im Rahmen der ärztlichen Behandlung, die ein Arzt anordnet und verordnet.)

Im Sinne der freien Berufsausübung steht es dem Arzt frei, welche ärztlichen Maßnahmen er auf bestimmte nichtärztliche Mitarbeiter überträgt. Zudem wird bei delegierten Tätigkeiten unterschieden, inwieweit eine direkte und indirekte Arztpräsenz erforderlich ist.

Solange sich daraus keine Risikoerhöhung für den Patienten ergibt, sind die delegierten ärztlichen Tätigkeiten nur darin begrenzt, wenn komplexe Maßnahmen ein Medizinstudium mit mehrjähriger Facharztweiterbildung voraussetzen (beispielweise Diagnosestellung, Therapieentscheidungen, komplexe chirurgische Eingriffe).

Sogar die Delegation persönlicher ärztlicher Leistungen ist nach §§15 und 28 SGB V sowie §15 Bundesmantelvertrag-Ärzte zulässig:

„Persönliche Leistungen sind ferner Hilfsleistungen nichtärztlicher Mitarbeiter, die der Arzt anordnet und fachlich überwacht, wenn der nichtärztliche Mitarbeiter zur Erbringung der jeweiligen Hilfeleistung qualifiziert ist.“

 

Der Arztvorbehalt

Leistungen fallen dann unter den Arztvorbehalt, wenn eine ärztliche Fachkenntnis Voraussetzung ist, um eine Tätigkeit ausführen zu können. Der Maßstab ist der Facharztstandard. Alle Patienten haben einen Anspruch auf Leistungen nach diesem Standard.

Delegation und Substitution – Was ist der Unterschied?

DELEGATION

Der Begriff Delegation bezeichnet die Übertragung von Kompetenz und Verantwortung auf hierarchisch nachgeordnete Gruppen, wie z. B. an nicht-ärztliche Mitarbeiter wie den Physician Assistant. Die Endverantwortung bleibt bei delegierten Aufgaben beim Arzt. Bei der Delegation wird somit vorübergehend die Verantwortung von ärztlichen Tätigkeiten übertragen.

Die Qualifikationsprofile der Studiengänge Physician Assistance an der Carl Remigius Medical School verfolgen das Ziel, Personen für Übernahme delegierter ärztlicher Leistungen auszubilden, insbesondere im Sinne der Vorarbeit, Zusammenarbeit, Unterstützung, Mitwirkung und Nachbereitung.

 

SUBSTITUTION

Im Gegensatz zur Delegation liegt bei der Substitution die Verantwortung nicht beim Arzt. Sowohl die Entscheidung, ob eine Leistung erbracht wird, als auch die Durchführung liegen beim Empfänger. Somit wird hier die Endverantwortung dauerhaft auf z. B. nicht ärztliches Personal übertragen.

Die Substitution ärztlicher Tätigkeiten findet bislang in der Regelversorgung nicht statt. Jedoch gibt es eine Richtlinie  § 63 Abs. 3c SGB V i. V. m. des gemeinsamen Bundesausschusses. Diese legt die Übertragung selbstständiger ärztlicher Tätigkeiten fest. Diese Übertragung gilt für das Alten-und Krankenhauspersonal, zur Ausübung von Heilkunde Rahmen eines Modellvorhaben. Die Qualifikationsprofile der Studiengänge Physician Assistance an der Carl Remigius Medical School verfolgen nicht das Ziel, Personen für die Subsitution ärztlicher Aufgaben auszubilden.

 


Quellen:

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