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Zwei Einsatzkräfte während der Fortbildung Einsatzmedizin 18 F

Erfahrungen aus dem Lehrgang 18 F – Einsatzmedizin

In außergewöhnlichen Situationen notfallmedizinische Hilfe zu leisten, ist auch für erfahrene Rettungskräfte oder taktische Einheiten immer wieder eine Herausforderung. Der Lehrgang 18 F – Einsatzmedizin bringt die Teilnehmer:innen an ihre Grenzen und darüber hinaus.

Diese Fortbildung führt die Teilnehmer:innen in Unfallsituationen, die mit Notfalldarsteller:innen und Statist:innen nachgestellt werden. So wird eine Einsatzlage realitätsnah nachempfunden und die Teilnehmer:innen üben ihr Verhalten in diesen Situationen ein und reflektieren es anschließend.

Teilnehmende aus diesem Lehrgang waren Greta Strähle, Notfallsanitäterin (DRK KV Emmendingen) und Dr. Storsberg, Ersthelfer (Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung). Wir haben ihnen ein paar Fragen zu ihren Erfahrungen gestellt.

Greta Strähle, Teilnehmerin der Fortbildung Einsatzmedizin 18FLiebe Frau Strähle, wie hat Ihnen diese Fortbildung gefallen?

Ich schwärme immer noch von der Fortbildung! Danke, dass Ihr meine Resilienz gestärkt habt, indem Ihr mich aus meiner Komfortzone herausgeholt habt.

Es war eine neue und bereichernde Erfahrung mit Bundeswehr und SEK zusammenzuarbeiten und taktische und medizinische Erfahrungen auszutauschen. In meinem Arbeitsalltag sind gefährliche Großschadenslagen mit vielen Polytraumata zum Glück selten. Jedoch ist es dadurch schwer, bei solchen Einsätzen Handlungssicherheit zu entwickeln. Durch diesen Lehrgang wurde ich bewusst mit solchen Einsatzlagen konfrontiert, musste meine Komfortzone verlassen und durfte erfahren, dass es mir möglich ist, auch bei solchen Lagen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Dem Team des Lehrgangs ist es gelungen, eine einzigartige Lernatmosphäre zu schaffen. Mit einem großen Aufwand und einem großartigen und erfahrenen Team wurden seltene Einsatzlagen sehr realistisch dargestellt.

Was nehmen Sie aus diesem Lehrgang mit?

Ich fühle mich auf seltene Einsatzlagen besser vorbereitet, da der Lehrgang meine Resilienz gestärkt hat. Ich kann diese Fortbildung jedem meiner Kolleg:innen empfehlen, die über sich hinauswachsen möchten und auch in nicht alltäglichen Einsatzlagen einen kühlen Kopf bewahren können möchten.

Noch Tage nach dem Lehrgang, habe ich die Eindrücke reflektiert, vor allem jene, als ich Zugführer sein sollte. Ich habe erfahren dürfen, dass ich für eine gewisse Zeit Ruhe ausstrahlen kann, auch wenn ich eigentlich völlig überfordert bin und über meine Kompetenz hinaus arbeiten soll. Ohne ORGL-Ausbildung und völlig übermüdet, befand ich mich mit der Zugführerposition absolut außerhalb meiner Komfortzone. Ich geriet völlig aus meinem Konzept, als dann ein Fahrzeugschlüssel verloren ging. Damit war der Transport der Teilnehmenden behindert und die Versorgung der Patient:innen in der Behandlungsstätte kaum möglich. Ich erhielt die Info, dass es keinen Ersatzschlüssel gab. Das Chaos war perfekt und meine Belastungsgrenze erreicht. Das Ausbildungsteam reagiert auf den Schlüsselverlust jedoch gelassen und freundlich und ermutigte mich weiter zu machen, dass es mir möglich war, den Einsatz weiter zu leiten und wieder Ruhe zu bewahren. Mit meiner Performance war ich dennoch sehr unzufrieden, aber ich sammelte meine bisher wertvollsten Erfahrungen für meine Tätigkeit im Rettungsdienst. Als der Schlüssel im Anschluss in der Tasche einer Teilnehmerin wiederauftauchte, konnten wir alle gemeinsam lachen. Vermutlich alle Teilnehmenden gerieten an ihre Grenzen. Wir haben die Einsatzlage aber gemeinsam gemeistert, Kompetenzlücken entdeckt und jeder konnte seine Resilienz stärken und über sich hinauswachsen. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und fühle mich drin bestärkt, meine Kompetenzen weiter auszubauen und mich neuen Herausforderungen zu stellen. Vor allem Dank der sehr guten, kompetenten und respektvollen Betreuung der Lehrgangleiter:innen war der gesamte Lehrgang eine positive Lernerfahrung mit wertvollen Erkenntnissen.

Dr. Joachim Storsberg, Teilnehmer der Fortbildung Einsatzmedizin 18FLieber Herr Dr. Storsberg, wie haben Sie diesen Lehrgang erlebt?

Der Kurs 18 F – Einsatzmedizin war eine neue Erfahrung und Dimension für mich. Von Minute eins an war ich komplett raus aus meiner Komfortzone hinein in die „Angst” („Was mach ich hier und wieso bin ich hier… oh je, wo sind die anderen, wie versorg ich den Patienten, was soll ich machen?) – und dann kam die Lernzone.

Es war eine tolle Erfahrung, wie gut sich alle trotz unterschiedlichem Background und Beruf zusammengefunden haben und die Aufgaben an die Einzelnen verteilt wurden. Jeder hat das gemacht, was er kann und hat von den anderen dazugelernt; eine super Kombination! Die Gruppe hat immer einwandfrei im Zusammenspiel funktioniert.

Mit jedem Einsatz wurde ich sicherer, die Komfortzone wuchs von mal zu mal. Das Verhältnis von Theorie mit Praxis war sehr ausgewogen.

Psychischer und physischer Stress waren groß, doch ich war jedes Mal zufrieden, was ich geleistet habe, ja mit Stolz erfüllt und das Selbstvertrauen wuchs.

Wie ist Ihr Fazit zu diesem Lehrgang?

Ein super Lehrgang, zum einem fachlich und technisch, zum anderen ein extrem wertvoller Beitrag für die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Ich habe die Erkenntnis und Sicherheit bekommen, dass mich eigentlich nichts mehr aus der Fassung bringen kann, da ich mit den anderen das Problem lösen werde. Und der Glaube an die eigene Kraft und dass man alles schafft, hat stark zugenommen. Ich kann leichter mit Krisen und Grenzsituationen umgehen und entsprechend handeln.

Wie hilft Ihnen diese Erfahrung nun weiter?
Ich bin Ersthelfer am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung, da hilft mir diese Erfahrung sehr bei Notfällen. Der Lehrgang hat mir so viel neue Erfahrung und Sicherheit gegeben.

Doch auch für die Forschung habe ich vollkommen neue Dinge im Lehrgang kennenlernen dürfen, so dass ich auch neue Ideen für Medizinprodukte bekommen habe.

Sehr spannend war für mich der Blick „hinter die Kulissen” (z.B. Interaktionen Stab – Leitung Trupp – Gruppe – Teammitglied – Patient:in, auf welche Information kommt an, welche nicht und vieles mehr.

Das hat mich motiviert, nun den Masterstudiengang Krisen- und Notfallmanagement (M.Sc.) zu belegen.

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