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zwei Männer und zwei Frauen schauen in ein Tablett

Lernen von den Besten – praxisnahe Lehrproben 

Der Bachelorstudiengang Medizinpädagogik (B.A.) ist ein interprofessionell ausgerichteter Studiengang, der Lehrkräfte für das Gesundheitswesen ausbildet. Mit einem Feuerwerk an Lehrproben haben die Studierenden den Programmverantwortlichen Prof. Dr. Michael Jung tief beeindruckt. 

Die Studierenden sollten als Prüfungsleistung eine 45-minütige Lehrprobe zu einem selbstgewählten Thema mit den anwesenden Kommiliton:innen halten und anschließend schriftlich reflektieren.  

Hier möchten wir Ihnen drei dieser faszinierenden Lehrproben näher vorstellen: 

Ulla Gressmann, Vorstellung Höhlenrettung/Rettung in steilem Gelände

Beeindruckt hat Ulla Gressmann ihre Kommiliton:innen mit einer Lehrprobe zur Rettung im unwegsamen Gelände. Die 49-jährige Notfallsanitäterin (Kantonsspital Schaffhausen CH) und Diplom Geologin unterstützt die Malteser Höhlenrettung aktiv. Da sie sich in ihrer Freizeit lange für den Fledermausschutz eingesetzt hat, sind Höhlen durch und durch ihr Spezialgebiet.  

In ihrer Lehrprobe beschäftigte sich Frau Gressmann mit dem Thema, wie man Patient:innen in steilem Gelände, z. B. aus einer Höhle, zu einem Rettungswagen hochbergen kann.  

Ulla Gressmann simuliert eine Höhlenrettung mit SeilIn der Höhle ist dies eine Situation, die nur Spezialist:innen vorbehalten ist. Notfallsanitäter:innen können jedoch im Alltag, außerhalb von Höhlen, schnell in entsprechende Situationen gelangen. Allerdings ist in den wenigsten Fällen das nötige Equipment in den Rettungswagen vorhanden. Unter Beachtung der medizinischen Problematik und der eigenen Sicherheit können die Rettungskräfte mit einem Seil und Karabiner sowie dem Wissen um ein paar Knoten Patient:innen relativ einfach bergen.  

 

 

 

Für die Lehrprobe erhielten die Kommiliton:innen Reepschnur, Rollen und Schraubglieder. Außerdem sollten sie zwei Wasserflaschen bereithalten 

Zuerst mussten die Mitstudierenden bei völliger Dunkelheit (wie in einer Höhle) versuchen, zwei Flaschen mit einer Reepschnur zu verbinden. Mit dieser Konstruktion und einem Umlenkpunkt lässt sich sehr gut die Gegengewichtsmethode simulieren. 

Befüllt man die Flaschen unterschiedlich mit Wasser, merkt man schnell, dass es Situationen geben kann, dass trotz geringerem Gewicht die Reibung zu groß ist, um Patient:innen mit dieser Methode zu bergen. Als Alternative kann man einen Flaschenzug aufbauen und die Bergung damit erheblich vereinfachen. Dazu lernten die Kommiliton:innen von Frau Gressmann, wie aus Rollen und Schraubgliedern mit den richtigen Knoten schnell ein Flaschenzug gebaut werden kann.  

Inzwischen hat Frau Gressmann die Rettungswagen ihrer Station schon mit den notwendigen Ausrüstungsgegenständen ausgestattet. Dies wünscht sie sich für alle Rettungswagen. Allerdings betont sie auch stark, dass es unbedingt notwendig sei, dass Notfallsanitäter:innen in ihrer Ausbildung auch die Grundfähigkeiten erlernen, sich im Gelände sicher zu bewegen, um überhaupt bis zur Einsatzstelle zu gelangen.  

Andreas Müller, Von der Büroklammer zum Demingkreis

Andreas Müller ist 39 Jahre alt und von Beruf Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr in Frankfurt. Dort ist er für die Lehrgangsbetreuung der Notfallsanitäter:innen während ihrer Ausbildung zuständig. Als Notfallsanitäter und Praxisanleiter benötigt er den Studienabschluss in Medizinpädagogik (B.Sc.), um weiter in diesem Bereich als Lehrkraft tätig zu sein.  

In seiner Lehrprobe hat er sich mit dem Demingkreis beschäftigt. Der Demingkreis beschreibt einen iterativen vierphasigen Prozess für methodisches und zielorientiertes Problemlösen. Die vier Phasen werden mit Plan-Do-Check-Act beschrieben.  

Lernziel dieser Unterrichtseinheit war es, den Teilnehmer:innen den PDCA-Zyklus bewusst zu machen, damit sie ihn in ihrer Lehre einsetzen können 

Dafür haben alle Teilnehmer:innen ein Glas mit Wasser und eine Büroklammer erhalten. Die Aufgabe war scheinbar einfach: Lasse die Büroklammer schwimmen.  

Ein Glas Wasser mit einer schwimmenden Büroklammer

Bei dem Versuch haben die Teilnehmer:innen automatisch den PDCA-Zyklus angewendet. Sie haben überlegt, wie es funktionieren könnte, haben ihren Plan in die Tat umgesetzt, das Ergebnis überprüft und bewertet.  

 

 

 

Nach einer Theorieeinheit zum Demingkreis versuchten es die Kommiliton:innen mit zwei Büroklammern. Mehr und mehr hat sich das Bewusstsein für den Demingkreis in den Köpfen der Teilnehmer:innen gefestigt. 

Nach einer Theorieeinheit zum Demingkreis versuchten es die Kommiliton:innen mit zwei Büroklammern. Mehr und mehr hat sich das Bewusstsein für den Demingkreis in den Köpfen der Teilnehmer:innen gefestigt. 

Tafel mit dem Lernziel zum Demingkreis

Manuel Schatz, Taktische Verwundetenversorgung

Manuel Schatz ist 42 Jahre alt, Zeitsoldat bei der Bundeswehr und Notfallsanitäter. Seine Hauptaufgabe ist neben der Notfallrettung von Menschen auch das Ausbilden von medizinischen Grundkenntnissen für Soldat:innen der Bundeswehr. Er ist als Kommandant und Notfallsanitäter auf einem schwer gepanzerten Fahrzeug eingesetzt und hat die Aufgabe im Falle einer Verwundung von Soldat:innen diese, auch in Gefechtssituationen, aufzunehmen und so zu versorgen, dass deren Leben bis zum Eintreffen in einer medizinischen Einrichtung gesichert ist.  

Er war bereits zweimal im Auslandseinsatz (Afghanistan und Mali) und hat hier Einsätze bodengebunden wie auch in der Luftrettung durchgeführt. Nebenaufgabe war auch hier die Ausbildung von ausländischen Kamerad:innen (Belgien, Kroatien, USA, …) im Rahmen der präklinischen Notfallhilfe. Das Ganze natürlich multilingual.  

Das Thema dieser Lehrprobe war die taktische Verwundetenversorgung TCCC (Tactical Combat Casualty Care) von spezialisierten Kräften im Rahmen von kriegerischen, bzw. terroristischen Ereignissen. Hier im Schwerpunkt die Vorgehensweise von Soldaten der Bundeswehr. 

Die pädagogische Herausforderung war zum einen, die Inhalte des Themas so zu wählen, dass diese auch von Menschen verstanden werden können, die überhaupt gar nichts mit taktischen Einsatzlagen zu tun haben und zum anderen, dennoch so weit in die Tiefe des Themas zu gehen, dass der Sinn, warum so vorgegangen wird, auch verständlich und nachvollziehbar ist.  

Das Hauptproblem dieser Lehrprobe war, dass in diesem Studiengang nicht nur Notfallsanitäter:innen studieren, die von Notfallrettung schon einiges an Wissen mitbringen, sondern auch Physiotherapeut:innen, Mitarbeitende aus dem Bereich der Funktionsdiagnostik oder auch Logopädie. Also ein bunt gemischtes Feld aus Interessen und Allgemeinwissen. Hier eine verständliche Brücke hinsichtlich des Themas zu konstruieren, war die größte Herausforderung für Manuel Schatz. 

Portrait von Dozent Prof. Dr. Michael Jung

Ich war begeistertwelche Lehrproben unsere Studierenden abgeliefert haben. Es ist einfach wunderbar, wenn ich selbst aus diesen Lehrproben Inspirationen für meinen Unterricht mitnehmen kann. So lernen wir auch voneinander und ich weiß, dass unsere Studierenden genau auf dem richtigen Weg sind. 

Prof. Dr. Michael Jung

Studiendekan Medizinpädagogik (M.A.)

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„Ich mache diesen berufsbegleitenden Studiengang, da mich die Lehre einfach fasziniert und mir Spaß macht. Ich denke, dass jeder Mensch ein Anrecht auf Bildung hat und dafür muss es natürlich auch Menschen geben, die Wissen vermitteln können. Ich sehe die persönliche Weiterbildung als langfristiges Ziel, geistig fit zu bleiben und nicht selbst zu stagnieren, sowie als Verantwortung gegenüber meinen Mitmenschen mit der Zeit gehen zu können. Der Studiengang Medizinpädagogik (B.A.) war für mich somit genau die richtige Wahl. Ich spiele auch bereits mit dem Gedanken im Anschluss an das Bachelorstudium das Masterstudium Medizinpädagogik (M.A.) in Angriff zu nehmen. “ 

Manuel Schatz

Studierender Medizinpädagogik (B.A.), Zeitsoldat und Notfallsanitäter

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