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Virtueller Besuch der Lunge oder der Lauf um eine Zelle

Einen Ausflug der besonderen Art machten unsere Studierenden der Physician Assistance (B.Sc.) mit Prof. Dr. Kirsten Bodusch-Bechstein, Studiendekanin des Studiengangs in Frankfurt, und dem Dozenten Dr. Ralph Pflanzer. Die beiden begleiteten die Studierenden in virtuelle Lernwelten.

Vorbei sind die Zeiten großer Plakate, die ein Organ im statischen 2D darstellten. Jetzt gibt es die Möglichkeit, Anatomie und viele weitere Themen mithilfe einer 3D-Visualisierung zu unterrichten. Auch physiologische Prinzipien und die internen Prozesse des menschlichen Körpers lassen sich mit dieser Technik wunderbar darstellen.

Doch Virtual Reality (VR) lässt sich schwer beschreiben – man muss es erleben.

In der Anatomie-Vorlesung von Prof. Dr. Bodusch-Bechstein zücken die Studierenden ihre Smartphones, verbinden sich in der App „Google Expeditions“ zu einer Gruppe und stecken die Smartphones in Cardboards. Heute trifft sich die Gruppe an der Lunge. Prof. Bodusch-Bechstein lässt ihren Studierenden Zeit, sich ein wenig umzusehen, sich zu orientieren.

Auf ihrem Smartphone kann sie anhand von Symbolen beobachten, wo ihre Studierenden gerade hinschauen. Irgendwann lenkt sie deren Blick auf den rechten oberen Lungenlappen.

„In Zukunft möchten mein Kollege Dr. Pflanzer und ich noch weitere Apps ausprobieren, z.B. VR Biomolecules von der School of Life Sciences der Hongkong University, die die VR-Darstellung von Biomolekülen wie DNA oder verschiedensten RNAs möglich machen“, berichtet Prof. Dr. Bodusch-Bechstein begeistert.

Am Nachmittag folgt für die Gruppe im Modul „Naturwissenschaftliche Grundlagen“ eine Unterrichtseinheit mithilfe von Augmented Reality (AR). Dr. Pflanzer möchte seinen Studierenden den Aufbau einer Zelle zeigen.

Mit ihren Smartphones in der Hand, den Blick auf das Display gerichtet, laufen die Studierenden durch den Raum. Es findet ein angeregter Austausch über das statt, was sie dort vor sich in 3D sehen.

„Bei AR, bei der die 3D-Modelle im Raum schweben, ist mehr Interaktion mit den Studierenden möglich, weil diese mit ihrem Smartphone aktiv um das Modell herumgehen und Gruppengespräche sowie Rückfragen angeregt werden. Bei VR schaut jeder Studierende durch seine „eigene“ Brille und ist von der realen Umgebung entsprechend eher abgeschottet. Dafür ist die Immersion, das Eintauchen in die virtuelle Welt, größer und der Aha-Effekt höher“, so Dr. Pflanzer, der sich mit Prof. Dr. Bodusch-Bechstein für den Einsatz dieser Technologien in der Lehre begeistert einsetzt. Doch bedauernd stellen die beiden auch fest, dass das im Internet momentan zur Verfügung stehende Material sich hauptsächlich zum Einstieg in ein neues Thema eignet. Wissenschaftlich tiefer gehende Inhalte sind meist noch nicht vorhanden.