Köln

Vom Kollegen zum Vorgesetzten – darauf kommt es an

Vom Kollegen zum Vorgesetzten
© Monkey Business Images/Shutterstock

Als Fachkraft im Gesundheitswesen eine Leitungsposition zu übernehmen, ist oft eine große Umstellung. Nicht nur die Aufgaben ändern sich, auch die Erwartungen von Vorgesetzten und Mitarbeitern an die neue Führungskraft steigen. Um erfolgreich in die neue Rolle hineinzuwachsen, sind spezifische Kompetenzen erforderlich, unter anderem in der Personalführung.

In diesem Bereich lehrt Prof. Dr. Andreas Beivers im Studiengang Gesundheit & Management für Gesundheitsberufe (B.Sc.) an der Carl Remigius Medical School in Köln. Wir stellen ihm 3 Fragen … zum Personalmanagement im Gesundheitswesen.

Gestern Kollege, heute Chef – wer eine Führungsposition übernimmt, muss oft auch diesen Rollenwechsel meistern. Wie schaffen es frischgebackene Führungskräfte, eine neue, produktive Beziehung mit ihren Mitarbeitern aufzubauen?

Im Gesundheitswesen, gerade auch unter Ärzten, sind hierarchische Strukturen noch häufig vorzufinden. Dies ändert sich aber zunehmend: Das interdisziplinäre Zusammenarbeiten in Teams auf Augenhöhe, gerade auch zwischen den Gesundheitsfachberufen, ist eine ganz wichtige Ressource, damit Gesundheitsunternehmen erfolgreich am Markt bestehen können. Umso mehr ist es Aufgabe der Führung, nicht „Chef“ zu sein, sondern den Mitarbeitern zu helfen, sich selbst weiterentwickeln zu können und das Zusammenspiel aller Kolleginnen und Kollegen so zu konzertieren, dass ein gutes Ergebnis am Ende entsteht, dass für alle dann wieder Ansporn ist.

Welche Aufgaben haben Führungskräfte im Gesundheitswesen auf der operativen Ebene des Personalmanagements?

Das Gesundheitswesen ist meiner Einschätzung nach eine ganz besondere, sehr personalintensive Branche, in der Führung einen besonderen Stellenwert hat. So geht es nicht nur darum, Teams zu führen, sondern auch darum, Rücksicht auf die besonderen Belastungen in dieser Branche auf- und wahrzunehmen. Achtsamkeit spielt hier eine große Rolle. Nicht umsonst sind gerade in Pflegeberufen viele von Burnout betroffen oder bedroht. Hinzu kommt, dass sich der Gesundheitsmarkt – und damit auch die Anforderungen an die Gesundheitsfachberufe – stark ändern. Neue Aufgabenfelder kommen hinzu, neue Berufe entstehen und auch die Digitalisierung führt zu erheblichen, prozessualen Veränderungen. Hier ist es Aufgabe der Führung dieses „Changemanagement“ gut zu moderieren, alle Beteiligten mitzunehmen und v. a. den Mitarbeitern auch neue Perspektiven aufzuzeigen.

Prof. Dr. Andreas Beivers

Prof. Dr. Andreas Beivers lehrt an der Carl Remigius Medical School in Köln.

Welche weiteren Kompetenzen vermitteln Sie den angehenden Führungskräften in puncto Personalführung?

Eine besondere Herausforderung im Gesundheitswesen sind, so glaube ich, die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe der Akteure, die sich auf den verschiedensten Ebenen ausdrücken. Im Klinikalltag arbeiten beispielsweise interkulturelle Arzt- und Pflegeteams täglich mit interkulturellen Patientinnen und Patienten zusammen – mit unterschiedlichen Vorstellungen im Umgang von Gesundheit, Krankheit oder auch in der Kommunikation untereinander. Dies kann zu Verwirrungen, Konflikten sowie zusätzlichen Anstrengungen führen. Führungskräfte im Gesundheitswesen müssen daher in diesem Bereich besonders sensibel sein und über interkulturelle Kompetenzen verfügen. Ich versuche daher diesem Anspruch in meiner Lehre nachzukommen.

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