Infomaterial anfordern Jetzt bewerben
Mann mit roten Kopfhörern sitzt an einem Tisch in der Bibliothek vor einem Laptop

Wissenschaftlich Arbeiten – wie zitiert man richtig?

Zu einem Studium gehört wissenschaftliches Arbeiten genauso dazu wie Klausuren und andere Prüfungen. Hausarbeiten stellen eine der Prüfungsformen dar und am Ende des Studiums erwartet die meisten Studierenden die Bachelor- oder Masterthesis in schriftlicher Form. In diesen Arbeiten müssen Sie unter anderem Ihren Kenntnisstand sowohl auf fachlicher als auch auf wissenschaftlich methodischer Ebene unter Beweis stellen. Um Ihre These zu untermauern, ist Fachliteratur nötig, aus der Sie direkt oder indirekt zitieren. Wir geben Ihnen hier wichtige Tipps zum richtigen Zitieren, weitere Infos erhalten Sie auch in Ihren Modulen zum wissenschaftlichen Arbeiten.

Worauf muss ich beim Zitieren achten?

Es gibt verschiedene Zitiertechniken. Diese richtig zu nutzen, macht vor allem im Studium den Unterschied, ob eine wissenschaftliche Arbeit gut oder schlecht ist. Richtiges Zitieren ist somit eine der wichtigsten wissenschaftlichen Methoden.

Da es mehrere Zitationsweisen gibt, sollten Sie sich mit den Unterschieden vertraut machen. An der Carl Remigius Medical School gibt es für alle Studierenden einen einheitlichen Leitfaden, der sich an der APA-Regel orientiert. Hier stellen wir Ihnen die deutsche Zitierweise und die APA-Regel einmal näher vor und zeigen Ihnen die Unterschiede auf. Wichtig für Ihre Haus- oder Abschlussarbeit ist, dass Sie eine Zitierweise konsequent nutzen.

Direktes oder indirektes Zitat?

In einer wissenschaftlichen Arbeit können sowohl direkte als auch indirekte Zitate verwendet werden. Um ein direktes Zitat handelt es sich, wenn ein Satz oder eine Textpassage wortwörtlich übernommen wird. Beachten Sie hierbei, dass Sie weder Wortlaut, noch Grammatik oder Rechtschreibung ändern dürfen. Ist in dem Satz im Original ein Fehler oder wird beispielsweise nach alter Rechtschreibung geschrieben, obwohl die Publikation nach der Einführung der neuen Rechtschreibung erschien, müssen Sie diesen mit einem „[sic!]“ (lat. „wirklich so“) kennzeichnen. Hiermit zeigen Sie an, dass der Fehler nicht von Ihnen stammt.

Wenn Sie Argumente oder Thesen anderer Autor:innen und Wissenschaftler:innen paraphrasieren, ohne Sätze oder Satzteile wörtlich zu übernehmen, handelt es sich um ein indirektes Zitat. Auch das müssen Sie kenntlich machen, da es sich nicht um Ihre eigenen Erkenntnisse handelt. In Ihren Verweisen stellen Sie daher ein „Vgl.“ vor das zitierte Werk. Im Text setzen Sie das indirekte Zitat nicht in Anführungszeichen, sondern binden es grammatikalisch in Ihre Sätze ein. Es empfiehlt sich, diese Passagen im Konjunktiv zu formulieren.

Vier junge Menschen sitzen vor Notizen und Laptops

Welche Zitierweisen gibt es?

Am gängigsten sind bei uns die Zitierregeln nach APA oder die deutsche Zitierweise. Nutzen Sie den APA-Stil wird das zitierte Werk in Kurzform in Klammern direkt in den Text hinter das Zitat gesetzt. Daher nennt man diese Form auch Kurzbeleg. Diese kurze Variante des Belegs sieht wie folgt aus: Nachname de:r Urheber:in, Veröffentlichungsjahr und Seitenzahl. Achtung: Sollten von Autor:innen in einem Jahr mehrere Werke erschienen sein, können Sie diese Kurzform unter Umständen nicht verwenden! Die vollständige Quellenangabe setzen Sie in Ihr Literaturverzeichnis.

Die deutsche Zitierweise unterscheidet sich dahingehend von der APA-Richtlinie, dass der Beleg für ein Zitat nicht im Fließtext aufgenommen wird. Stattdessen werden durchnummerierte Fußnoten hinter ein direktes oder indirektes Zitat gesetzt. Den Beleg erbringen Sie dann in der Fußzeile. Die Form des zitierten Werkes sieht wie folgt aus: Nach- und Vorname de:r Urheber:in, Titel des Werks, Erscheinungsjahr, Seitenzahl. Zitieren Sie das gleiche Werk erneut, können Sie eine Kurzform wählen. Hier finden Sie nun zwei Beispiele für diese Regeln:

Beispiel eines Zitats nach APA-Regel

Ein direktes Zitat kann wie unser fiktives Beispiel wie folgt aussehen: „Es ist essentiell wichtig, bei schriftlichen Arbeiten im Studium, Zitate korrekt zu kennzeichnen und den urheber [sic!] zu benennen.“ (Doe, 2021, S.31). Im indirekten Zitat sähe dies dann so aus: Bei wissenschaftlichen Arbeiten sei eine korrekte Kennzeichnung von Zitaten essentiell wichtig (Vgl. Doe, 2021, S.31).

Beispiel für die deutsche Zitierweise:

Langversion:

„Es ist essentiell wichtig, bei schriftlichen Arbeiten im Studium, Zitate korrekt zu kennzeichnen und den urheber [sic!] zu benennen.“1

 

 

___________________________________________________________

1 Doe, Jane: Zitierstile. Köln, 2021, S. 31.

 

Kurzform bei der erneuten Nennung der gleichen Publikation:

Bei wissenschaftlichen Arbeiten sei eine korrekte Kennzeichnung von Zitaten essentiell.1

 

 

___________________________________________________________

1 Vgl. Doe, 2021, S. 31.

Das Literaturverzeichnis

In einer wissenschaftlichen Arbeit reicht es nicht aus, mit der richtigen Zitierweise die Belege im Text anzugeben. Sie müssen darüber hinaus auch ein Literatur- und Quellenverzeichnis anlegen. Sie fügen dieses Literaturverzeichnis am Ende Ihrer Thesis oder Hausarbeit an. Sortiert wird diese Literaturliste je nach Studienfach nach Primär- und Sekundärliteratur sowie alphabetisch nach den Nachnamen der Autor:innen, dessen Werke Sie zitiert haben. Fachliteratur, die Sie zwar gelesen, aber nicht zitiert haben, nehmen Sie nicht in das Verzeichnis auf.

Was gilt als Primär- und was als Sekundärliteratur?

Als Primärliteratur versteht man Originaltexte wie Gesetzestexte, literarische Werke, Interviews oder auch historische oder religiöse Schriften. Sekundärliteratur sind Abhandlungen oder Forschungen, die Thematiken aus der Primärliteratur aufgreifen.

Warum ist richtiges Zitieren so wichtig?

Zitieren Sie in Ihrer Arbeit nicht gewissenhaft und korrekt, können Sie sich einem Plagiatsversuch schuldig machen. Im Studium kann das bedeuten, dass Sie das Modul nicht bestehen oder sogar exmatrikuliert werden. In besonders schweren Fällen, droht sogar eine Geldstrafe. Falls Sie schon einen Titel haben, kann dieser Ihnen nachträglich aberkannt werden.

Auch in Ihrem späteren Leben, kann ein solches Plagiat Folgen haben. So verlieren Sie unter Ihren wissenschaftlichen Kolleg:innen beispielsweise die Glaubwürdigkeit. Das wiederrum kann zu Schwierigkeiten in Ihrer Karriere führen. Der wohl bekannteste Fall der letzten Jahre, bei dem eine Plagiatsaffäre zum Verlust von Doktortitel und sämtlichen politischen Ämtern führte, ist der von Karl-Theodor zu Guttenberg. 2009 war er Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, im Anschluss bis 2011 Bundesminister der Verteidigung. Diese Ämter musste er im März 2011 niederlegen.

 

Legen Sie daher bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit auch den Fokus auch darauf, dass Sie richtig zitieren. Bei Unklarheiten sollten Sie sich frühzeitig an Ihre Dozierenden wenden und um Hilfe bitten.