Frankfurt am Main

Erste Hebammenschule in Frankfurt am Main feierlich eröffnet

Nadja Zander, Leiterin der Hebammenschule (links) und Sabine Heinz, Standortleitung Frankfurt und Leitung Berufsfachschulen Gesundheit und Soziales

Podiumsdiskussion

Mit einem Festakt haben heute die Carl Remigius Medical School, das Bürgerhospital sowie das Universitätsklinikum die erste Hebammenschule in Frankfurt am Main eröffnet. Die Veranstaltung fand im großen Hörsaal der Carl Remigius Medical School statt, wo ab kommender Woche der theoretische Unterricht für die 23 Schülerinnen und einen Schüler des ersten Jahrgangs beginnt. Den praktischen Teil der dreijährigen Ausbildung absolvieren die angehenden Hebammen und Entbindungspfleger in einer der beiden Kliniken. Sie durchlaufen hier unterschiedliche medizinische Fachabteilungen und werden auch auf eine freiberufliche Tätigkeit vorbereitet.

Die Schüler erhalten eine monatliche Ausbildungsvergütung. Kosten fallen für sie nicht an. Es ist grundsätzlich vorgesehen, dass die Hebammen nach der Ausbildung von den Kliniken übernommen werden. Der nächste Jahrgang startet im September 2018, auch hierfür liegen schon erste Bewerbungen vor.   

Die Leitung der ersten Hebammenschule in der Mainmetropole übernimmt mit Nadja Zander eine praxiserfahrene und wissenschaftlich versierte Führungsperson. Sie leitete zuvor die Hebammenschule am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau. „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe und spüre schon, dass wir in Frankfurt sehr willkommen sind. Wir haben im Rhein-Main-Gebiet aktuell hohe und weiter steigende Geburtenraten. Wir sind froh, dass wir künftig unseren Teil dazu beitragen können, den großen Bedarf an Hebammen in der Region zu decken.“

Die erste Klasse, die jetzt in Frankfurt an den Start gegangen ist, setzt sich aus ganz unterschiedlichen Personen zusammen: „Wir haben Teilnehmer, die frisch von der Schule kommen, aber auch solche mit Ausbildung und sogar einige mit abgeschlossenem Studium“, so Zander. Ebenfalls nach Frankfurt wechseln 15 Schülerinnen der Hebammenschule am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau. Sie werden hier ihr drittes Lehrjahr vollenden und damit ihre Ausbildung abschließen.  

Sozialminister Stefan Grüttner begrüßte die Eröffnung der ersten Hebammenschule in Frankfurt: „Die Hebammenschule in Frankfurt ist eine sehr wichtige Einrichtung, um mehr Hebammen auszubilden und zu gewinnen.“

„Wir freuen uns, dass wir durch die Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration ganz im Sinne des Bürgerhospital-Stifters Johann Christian Senckenberg einen weiteren wegweisenden Baustein zur Gesundheitsversorgung in Frankfurt hinzufügen können“, so Wolfgang Heyl, Geschäftsführer der Bürgerhospital und Clementine Kinderhospital gGmbH. „Es ist ein Glücksfall, dass wir auf der schulischen Seite mit der Carl Remigius Medical School einen überaus engagierten Kooperationspartner gefunden haben. Dies hat sich in den letzten Monaten deutlich gezeigt.“  

Die Lehrenden an der Carl Remigius Medical School sind selbst Hebammen und können so den Schülern aus eigener praktischer Erfahrung die besonderen Vorzüge und Herausforderungen ihres künftigen Berufes vermitteln. Zudem werden Ärzte der beiden Krankenhäuser bestimmte medizinische Fächer – wie beispielsweise Anatomie, den ärztlichen Teil der Geburtshilfe sowie die allgemeine und spezielle Krankheitslehre – unterrichten. In der Lehre wird auf eine möglichst persönliche Atmosphäre und einen engen Draht zu den Dozenten Wert gelegt. Aus diesem Grund soll auch künftig die Klassengröße bei maximal 24 Teilnehmern liegen.

Die Kooperationspartner haben die Struktur der Hebammenschule bewusst so konzipiert, dass sie direkt in die ab 2020 geplante Akademisierung der Berufsausbildung einsteigen könnten. 

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