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Frankfurt am Main

E-Health und die Politik: Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert im Gespräch mit Studierenden und Dozenten

Dr. Katja Leikert und Prof. Dr. med. Achim Jockwig

Dr. Katja Leikert

E-Health und die Politik: Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert im Gespräch mit Studierenden und Dozenten

Die Bundestagsabgeordnete und Berichterstatterin für die Digitalisierung im Gesundheitswesen, Dr. Katja Leikert, war zu Besuch bei der Carl Remigius Medical School. Ihre „Gastvorlesung“ trug den Titel „E-Health – was macht die Politik?“. Sie informierte die Zuhörer im Auditorium maximum in Frankfurt am Main darüber, was die Regierung im Zusammenhang mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen vorhat und wie schwierig die Entscheidungsfindung bei der Vielzahl an Playern ist. Sie gewährte aber auch Einblicke in ihre ganz persönlichen Vorstellungen und Wünsche.

Die „Digitalisierung“ gehört aktuell zu den wichtigsten und am meisten diskutierten Themen unserer Gesellschaft. Sie spielt in vielen Lebensbereichen eine große Rolle. Wesentliche Aspekte sind Transparenz- und Effizienzsteigerung sowie eine signifikante Erweiterung vorhandener Möglichkeiten. Diese Vorteile müssten sich doch auch im deutschen Gesundheitswesen nutzen lassen. Indes handelt es sich bei der „Gesundheit“ und den dazu erhobenen Daten um ein hochsensibles Gebiet. Und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Politik. Es ist ein Schwanken zwischen Innovationsfreudigkeit und (Daten-)Sicherheitsaspekten, zwischen Fortschrittsdenken und Festhalten an Bewährtem, wozu auch die Sicherung von Pfründen gehört.

Dr. Katja Leikert (CDU) ist froh, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen zu können: „Es gibt nichts Spannenderes und es ist gegenüber früheren Zeiten viel mehr Rationalität in den Diskurs gekommen.“ Dies sei eine wesentliche Voraussetzung dafür, zwei Ziele zu verwirklichen: Die einzelnen Akteure zusammenzubringen und vor allem eine „Kultur der Zusammenarbeit zu etablieren“. Dafür müssen Voraussetzungen geschaffen werden: Das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ oder „E-Health-Gesetz“, seit dem 1. Januar 2016 in Kraft, gibt den Fahrplan vor, wie sich die angesprochene Transparenz und Effizienzsteigerung in der Branche realisieren lässt.

Basis ist eine Telematikinfrastruktur, die schon bald die Mitspieler der Branche, von Krankenhäusern über Ärzte und Apotheken bis hin zu den Versicherten, miteinander vernetzen soll. Diese soll dann auch der elektronischen Gesundheitskarte im eigentlichen Sinn – also mit vielen wertvollen Zusatzfunktionen – endlich zum Durchbruch verhelfen. Zwei davon wären die Speicherung des individuellen Notfalldatensatzes und des Medikationsplans. Alles gesichert durch das „Zwei-Schlüssel-Prinzip“: das Zusammenspiel der elektronischen Gesundheitskarte und des elektronischen Heilberufsausweises des Arztes entschlüsseln die Daten, der Patient bestimmt, was gespeichert wird und welcher Arzt zugreifen darf. Inwiefern ein mobiler Zugriff auf die Daten oder derjenige in heimischer Umgebung ermöglicht werden kann, dafür existiert aktuell ein „Prüfauftrag“. Eine unnötige Zurückhaltung, wie Leikert befindet: „Online-Banking gehört zum Alltag, warum also nicht auch der Einblick in meine Krankendaten beziehungsweise in die Details der Abrechnungen mit der Krankenkasse? Aber mehr als dieser Prüfauftrag war vorerst politisch nicht darstellbar.“            

Eine Erleichterung würde zweifellos auch das elektronische Rezept darstellen, das der Arzt direkt dem Apotheker übermittelt, eventuell sogar noch verbunden mit einer elektronischen Nachricht auf das Smartphone des Patienten, um wieviel Uhr seine Medikamente fix und fertig verpackt bereitstehen. „Das wäre ein echter Service und so schnell könnte auch keine Versandapotheke reagieren“, appellierte Leikert in Richtung Flexibilität von Ärzten und Apothekern.

In der Diskussion ging es auch um Grenzen – was kann die Digitalisierung nicht leisten? „Insbesondere bei Diagnose und Behandlung wird immer der persönliche Kontakt zum Arzt entscheidend bleiben. Ich halte nichts davon, dass wir ein Foto zum Beispiel von einer verdächtigen Stelle auf der Haut machen und dieses einschicken, um eine kostenpflichtige Diagnose zu bekommen. Die dann ohnehin in den meisten Fällen darauf hinausläuft, besser mal den Arzt zu konsultieren. Die Digitalisierung liefert aber immer auch den Nährboden für neue Geschäftsmodelle, das ist sicher eine Kehrseite.“  

Angesprochen auf ihre Wünsche führte die CDU-Politikerin aus, dass die Infrastruktur und einige Anwendungen bis 2018 vorhanden und flächendeckend einsatzfähig sind. Da zeigt sie sich zuversichtlich, da anders als beim ersten Versuch 2004 dieses Mal das Gesetz gleichermaßen Anreize und Sanktionen schafft. Eine große Herausforderung ist technischer Natur: In der Bundesrepublik gibt es 75 Millionen gesetzlich und sieben Millionen privat Versicherte, 200.000 niedergelassene Ärzte, 20.000 Apotheken und 2.000 Krankenhäuser, alle mit ihrem eigenen IT-System ausgestattet. Da werden viele Schnittstellen nötig sein.    

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